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"Vestindisk Pakhus (Copenhagen)" by Christian Córdova from Santiago, Chile / CC BY 2.0
Kurze Fakten: Das Westindische Lagerhaus in Kopenhagen ist ein historisches Gebäude, das Waren aus weit entfernten dänischen Kolonialgebieten lagerte.
Lassen Sie uns nun unsere Aufmerksamkeit auf ein bedeutendes Gebäude an Kopenhagens Uferpromenade richten: das Westindische Lagerhaus, oder *Vestindisk Pakhus*, wie es lokal genannt wird. Dieses beeindruckende Bauwerk, vom Architekten Caspar Frederik Harsdorff entworfen, wurde zwischen 1780 und 1781 erbaut.
Sein ursprünglicher Zweck war eng mit Dänemarks kolonialer Vergangenheit verbunden. Das Lagerhaus diente der Dänisch-Westindischen Kompanie, einer Handelsgesellschaft, die eine zentrale Rolle im transatlantischen Handel spielte. Hier wurden Kolonialwaren, hauptsächlich Zucker, Kaffee und Rum, gelagert, nachdem sie aus den Dänisch-Westindischen Inseln, den heutigen Amerikanischen Jungferninseln, verschifft worden waren. Es ist wichtig zu bedenken, dass dieser Handel durch die Zwangsarbeit versklavter Afrikaner befeuert wurde, wobei dänische Schiffe schätzungsweise 100.000 bis 120.000 Individuen über den Atlantik transportierten.
Im Inneren, im achten Stock, findet man „Den Königssaal“, einen historischen Treffpunkt für die Handelskommission. Er weist noch seine originale Tapete auf, verziert mit Guavenblättern und -früchten, sowie zwölf Stühle aus jener Epoche.
Heute hat das Lagerhaus eine andere Rolle. Es beherbergt die Königliche Gipsabgusssammlung, eine bemerkenswerte Ausstellung von über 2.000 Gipsabgüssen von Skulpturen aus aller Welt. Man kann hier auch Kostüme des Königlich Dänischen Theaters sehen. Direkt davor begegnet man der eindringlichen Skulptur „I Am Queen Mary“, die Mary Leticia Thomas darstellt, eine Anführerin im Kampf gegen die dänische Kolonialherrschaft.

